Endspiration 03

Heute steht die #endspiration zum Wochenende mal Kopf.

Manche Motive schüchtern uns ein. Wir wissen nicht, wo wir anfangen sollen, die Details sind überwältigend, und ich denke dann oft: Wieviele Stunden werde ich brauchen, um das alles mit dem Stift einzufangen? Das entmutigt etwas.

Eine Strategie um dem entgegenzuwirken ist es, die Elemente in Flächen, Farbbereiche oder Linien aufzudröseln, und sie dann einfach Schritt für Schritt zu zeichnen. Aber wie genau?

Thema 03: „Perspektivwechsel!“

Schritt für Schritt vorzugehen und dabei das, was dich überwältig auszublenden, kannst du üben indem du ein Bild auf den Kopf stellst und es dann über Kopf abzeichnest oder abmalst. Dafür eignet sich die Umwelt erstmal nicht so gut, außer vielleicht mit einer Fotokugel, die alles umdreht.

Nimm dir also eine Zeitschrift, ein Foto, einen Kunstbildband und such dir Motive aus. Drehe das Bild um 180 Grad und zeichne Linie für Linie. Alles, was du siehst löst sich dadurch in Linien und Flächen auf. Ein Arm ist kein Arm mehr, wie du ihn kennst („aaargh, schwierig, wo ist der Ellenbogen, wie ist der Schwung des Handgelenks, wo sitzen Schatten … oh no! Finger!!! was mach ich nur?“), sondern eine Kombination von verschieden geformten Linien, die du nach und nach aufs Papier bringen kannst.

Ganz wichtig: Drehe dein Motiv zur Kontrolle nicht wieder um, während du zeichnest! Und auch die Vorlage nicht. Wir wollen dein Gehirn, mit seinem Repertoire an festen Vorstellungen hierfür mal ausschalten. Du merkst schnell, dass du auf diese Art auch komplizierte Dinge zeichnen kannst. Vielleicht kommst du sogar in einen Flow-Modus dabei.

Wenn du fertig bist, und es vielleicht auch noch koloriert hast, dann drehe dein Bild um.

Als ich diese Methode das erste Mal ausprobiert habe (nach Betty Edwards Methode), da war ich wirklich baff, wie gut mir das Bild in seinen Proportionen gelungen war. Und was über Kopf geht, das geht auch richtigherum.

Wenn du z. B. an einem Marktplatz sitzt und zeichnen möchtest, dann denke daran, dass  alles, was du siehst kleine, harmlose (!) Einzelteile sind: Fenster, Türen, Laternen, Autos, Skulpturen … lassen sich in einzelne Linien auflösen. Und dann gibt es große, ähnliche Flächen: Dächer, Bäume, Schatten, Straßen, Himmel… auch kein Problem.

Am besten fängst du mit dem an, was dir am wichtigsten ist und überlegst dir schon frühzeitig in der Komposition, was du nur andeuten oder ganz weglassen kannst. Mache ggf. zuerst ein paar Bleistiftlinien unter deiner Zeichnung, für die groben Formen, die Grundlinie und evtl. vorhandene Perspektivverzerrungen, damit alles gut auf dem Blatt sitzt.

Und dann legst du los. Schritt für Schritt.

Enjoy!

 

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