Motivation, Input, Challenges

„Wer ein Warum hat, dem ist kein Wie zu schwer“, wusste Friedrich Nietzsche.

Im Grunde bin und war ich immer motiviert kreativ zu sein. Kreativität bedeutet für mich Entwicklung, Bewegung, Leben. Sie ist Nahrung und Kontakt mit mir selbst, und mit dem Außen. Sie ist Berufung und Freude.
Aber es fällt manchmal schwer, die Motivation auch in privateren/freien Projekten im Alltag zu halten. Das kennt ihr vielleicht auch: Der Kopf ist voller Ideen, aber es gibt so viele Termine, die Wäsche muss zusammengelegt werden, der Hühnerstall geschrubbt, die Tiere gefüttert, die Oma angerufen, die Mails beantwortet, das Fahrrad repariert, die Pfandflaschen weggebracht, der Bücherstapel gelesen, die Pflanzen umgetopft … diese Listen enden nie. Nie.
Und deshalb kann es passieren, dass kreative Projekte hinten runterfallen. Sie sind ja nicht so wichtig.

HALT!

Hier geht es schließlich um unsere mentale Gesundheit! Sie sollte höchsten Stellenwert haben. Und sie braucht Nahrung und Liebe.
Also warum räumen wir der dreckigen Wäsche oder dem Fensterputzen größere Wichtigkeit ein, als unseren inneren Bedürfnissen?

Ein Plan

Was mir da hilft ist ein klarer Zeitplan. Der wird immer mal wieder angepasst, aber er existiert. Seit Jahresbeginn räume ich der Kunst nun einen viel größeren Raum ein. Nachmittags/abends geht es ums Lernen und Experimentieren in verschiedenen Techniken. Fachliteratur, Videos, Ausstellungen, Artist-Talks gehören auch dazu. Ich füttere mich mit Kunst. Manchmal genieße ich sie in kleinen Häppchen und manchmal verschlinge ich riesige schwer verdauliche Brocken. Aber schlecht geworden ist mir davon bisher nicht.
Meine Projekte kommen auf mich zu. Manchmal beim Spazierengehen. Ich liebe diesen Satz von Friedrich Nietzsche „Nur die ergangenen Gedanken haben Wert“. Manchmal kommen Ideen und Bilder im Traum oder unter der Dusche, eben wenn mal nichts anderes auf mich einstürmt. Am Rechner hatte ich jedenfalls noch nie eine große Idee, da setze ich sie höchstens um.

Herausforderungen – Challenges

Optimal ist es jeden Tag ein wenig kreativ zu sein, es zu einer Gewohnheit zu machen. Das macht Spaß und man wird besser. Dafür gibt es viele schöne Bücher und wunderbare DrawingChallenges. Hierbei macht man jeden Tag etwas und postet es (wenn man mag). Das motiviert enorm! Die nächste Challenge an der ich teilnehme ist „One Week 100 people“. Das läuft in diesem Jahr vom 9. bis 13. März (5 Tage sind keine Woche, ich mache für mich daraus aber 7 Tage). Nach der 75. Skizze sollte sich mein Strich verbessert haben. Ich bin gespannt und motiviert!

Habt ihr Tipps für Challenges? Macht ihr selbst welche? Was gibt euch das?

Hier sind ein paar Vorschläge, die meisten findet ihr unter dem Namen bei Instagram oder Facebook:
#OneWeek100People2020
#28drawingslater
#inktober2020
#carvember
#monstober
#catdoodlechallenge
#drawgust
#everydaydrawandletter
#adrawingaday
#100headschallenge
#WorldWatercolorMonth
#marchofrobots2020
#Sketchtember

Menschen motivieren!

Schließt euch einer kreativen Gruppe an, oder gründet eine. Das macht Spaß und man lernt so viel von den anderen. Egal ob es eine Strickgruppe ist, eine Schreibgruppe oder eine Zeichengruppe: Es motiviert gemeinsam kreativ zu sein, und es gibt immer welche, die „besser“ sind und welche, die „schlechter“ sind, so dass Berührungsängste unnötig sind. Den Maßstab setzt man ja selbst für sich. Wildes dynamisches Gekleckse und krumme Striche, oder hauchzarte vorsichtige monochrome Linien findet einer gut, einer doof. Ist so.
Es gibt inzwischen an vielen Orten Urban-Sketcher-Treffen. Sucht mal für eure Stadt/Region. Die meisten haben eine Facebook-Seite.
Wer mal etwas mehr Input braucht besucht Workshops, Volkshochschul-Kurse, Kunstschulen, Kunstreisen … oder nutzt Online-Angebote wie skillshare. Auch die kleinen Boesner-Kurse sind ganz schön.

Material und Ordnung

Was mir noch dabei hilft öfter kreativ zu sein: Ich habe immer was zum Zeichnen dabei – ein kleines Buch und ein Stift reicht völlig. So entgeht mir kein Motiv, wenn ich unterwegs Lust und Zeit hab zu zeichnen. Ich liebe mein Walkit von Cecilia Simonyi. Da habe ich meine kleine Ausrüstung immer griffbereit.

Ordnung motiviert. In meinem Büro und Atelier ist alles immer an seinem Platz. So kann ich schnell loslegen und muss nicht unnötig suchen und erstmal Platz schaffen um kreativ zu sein. Außerdem finde ich die staunenden Reaktionen der Besucher auf meine sorgsam geordneten Farben, Pinsel, Federn, Stifte und Werkzeuge immer sehr unterhaltsam.

Buchtipps

Der Weg des Künstlers, Julia Cameron

Austin Kleons Bücher

Do it with Love, Frank Bodin

Kreativität aushalten, Frank Berzbach

Zeit Wert geben, ein Inspirationsbuch

 

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