Rostiges Papier

Ich liebe Rost. Nicht nur den an meinem alten T4 ;-)

Ich sammle rostige Scharniere, Schaufelblätter, Muttern und Co ein, wo ich sie finde. Manchmal entsteht dann daraus auch was. Manchmal …

In diesem Workshop* haben wir Rostpapiere hergestellt, sie beschrieben und zu Büchern gebunden. Hier zeige ich euch den Prozess, mit dem man Papieren solche stimmungsvolle Patina verleihen kann.

Zuerst braucht man Eisenessig: Den kann man ganz einfach herstellen indem man Eisenpulver, oder rostiges Zeug, einige Tage in einer Essig-Wassermischung ziehen lässt. Genauere Infos findet ihr bei Moni im Blog Nicht ganz ALLtäglich

Bitte verwendet unbedingt Handschuhe, zieht alte Klamotten an und deckt die Umgebung ab, damit nichts mitrostet, was nicht rosten soll.

Das Papier wird durch eine Wanne mit Eisenessig gezogen und anschließend in einer anderen Wanne mit Eisenpulver bestäubt oder beschmiert. Dann kommt das feuchte Papier auf ein Backtrennpapier und man kann noch rostige Teile darauflegen (Büroklammern, Schlüssel, Schrauben …), bis es getrocknet ist. Erst dann ist die rostbraune Farbe zu erkennen. Das Eisenpulver bürstet man dann vorsichtig ab und kann es wieder verwenden. Wenn es gut läuft hinterlassen die kleinen Eisenteile auf dem Papier auch ihre Abdrücke.

Ich finde es besonders reizvoll, wenn man zuerst etwas auf das Papier zeichnet oder schreibt, am besten mit wasserlöslicher Tinte (z. B. Walnusstinte oder Quink), und es dann nur kurz und vorsichtig durch die Eisenessig-Wanne zieht.

Es wirkt auch schön in der zweiten Wanne mit den Fingern das Eisenpulver etwas einzustreichen, wodurch Muster entstehen, so wie auf dem Bild hier oben rechts zu sehen (remember).

Im Grunde war es das schon. Aber jetzt kommt der Extra-Kick: Die Rostpapiere bekommen mit Metallpigmenten, Schellack und Airbrushtinte zusätzliche Patina. Dafür bestreicht man das getrocknete Papier (teilweise) mit klarem oder gelblichem Schellack, streut ganz vorsichtig (vom Palettenmesser) Pigmente darauf und besprenkelt es an einigen Stellen mit Spiritus. Weiße oder graue Airbrushfarbe aus der Pipette ergibt zusätzlich tolle Effekte.

Einfach machen, es wird sowieso ganz anders, als geplant. Aber ganz sicher wunderschön!

 

* Dieser Workshop mit Birgit Nass, Marí Emily Bohley und Massimo Polello liegt schon eine Weile zurück, aber manchmal hat man einfach andere Prioritäten als Blogartikel zu schreiben :-D

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Happy Moin!

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5 Antworten
  1. KAZE says:

    Ich habe auch solchen Patinakurs belegt und noch gar ncht verbloggt, er war einfach toll. Schön noch mal in Erinnerungen zu schwelgen!
    VG kaze

    Antworten

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