Und am Ende der Straße …

…steht ein Haus am See. Sommersonnenwende: der perfekte Zeitpunkt, um euch mal ein wenig von dem Ort, an dem ich leben darf zu erzählen.

Was macht unser Wohnort mit uns? Welchen Unterschied macht es für unsere Produktivität und Kreativität aus, ob wir in der Stadt oder auf dem Land wohnen? Ein Plädoyer für das Leben im Speckgürtel.
Vor genau 13 Jahren traf ich die Entscheidung ein Landei zu werden. Das kam irgendwann einfach aus dem Bauch heraus. Früher hab ich sehr gern in Hamburg gelebt, das war »meine« Stadt. Die Freunde, die Bürogemeinschaft, die Kunden, das kulturelle Angebot, Elbe und Alster, der Hafen, ohne Auto unterwegs sein, das Nachtleben, die Parks, Wahrzeichen und schönen Häuser … hab ich alles sehr genossen.

Doch dann wuchs der Wunsch mehr in der Natur zu sein, weniger Trubel zu haben, im Garten zu werkeln und mich in meiner Kreativität mehr ausbreiten zu können, sowohl räumlich, als auch geistig.

Ich bin hier in der Elbmarsch sehr schnell angekommen und hab mich heimisch gefühlt. Und dann merkte ich, wie gut es mir tut und wie schön es ist spazierenzugehen und mal niemanden zu treffen, außer ein paar Tiere. Leben, wo andere Urlaub machen. Meine Kreativität hat sich in verschiedene Richtungen ausgebreitet, einfach weil ich hier besser töpfern, mit Holz werkeln, mit Farbe spritzen, nähen, spinnen, drucken, experimentieren kann. Ich muss nichts wegräumen, alles ist jederzeit möglich. Vieles geht auch draußen viel besser, z.B. nasse Arbeiten, wie Papier schöpfen, oder filzen, und Dreck zu machen ist da auch besser. Wer will schon Sägespäne oder Sand im Büro oder unterm Esstisch haben.

Die besten Ideen hab ich auch draußen. Wenn ich am Elbstrand, auf dem Deich oder in der Marsch unterwegs bin, dann fließen die Gedanken. »Nur die ergangenen Gedanken haben Wert« (Nietzsche). Das geht natürlich nicht jedem so. Und das ist gut so! Sonst wären ja alle hier ;-)

Ich vermiete seit ein paar Jahren hier im Haus Zimmer. Heute kam ein Pärchen aus Bremerhaven. Sie sind ganz geflasht von diesem Ort. Das Haus am See mit seinem bunten, üppig-wuchernden Garten und einer lustigen Hühnerschar, die Pfingstrosenfelder, die Weite, das freundliche »Moin!« von jedem, den man trifft … sie sagten »Du lebst das Paradies, was wir uns wünschen.«

Auf Instagram könnt ihr viele aktuelle Bilder sehen. Gerade sind 2 Küken geschlüpft, die ich aufziehe, weil es Probleme mit der Glucke gab. Sie heißen Pozi und Torx. Eine Handaufzucht ist immer ein forderndes, aber auch schönes Erlebnis.

Ich hab hier sehr unterschiedliche Gäste. Es ist eine Bereicherung für mich, wenn Kinder durchs Haus wuseln und die Erwachsenen entspannen oder aktiv werden. Manche arbeiten hier auch an ihren Büchern oder Projekten, bauen ein Haus in der Gegend oder arbeiten zeitweilig in der Nähe, oder haben was zu feiern. Manche sind einfach nur im Jetzt und atmen durch. Guckt es euch gern mal auf AirBnB an.

Ich wünsche euch einen fantastischen Sommer, und dass ihr möglichst oft an Orten seid, die gut für euch sind. Schreibt gern in die Kommentare, wo das ist!

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Happy Moin!

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