Kurt Frauenkron 1916-1986

Mein Opa Kurt Frauenkron war Maler. Er lebte von 1916 bis 1986.
Den gelernten Weber verschlug es nach dem 2. Weltkrieg vom Rheinland nach Hamburg, wo er mit seiner Frau Christa, einer Buchbinderin, eine Familie gründete. Er fand Arbeit als Briefträger beim Postamt 36 (Hamburg-Neustadt). Die Malerei war ein Hobby, was ihm eine kleine Nebeneinkunft bescherte. Die Zeiten waren hart, das Gehalt nicht so üppig und er hatte inzwischen eine fünfköpfige Familie zu ernähren. Ich erinnere mich daran, dass immer eine Staffelei im Wohnzimmer in der Wohnung in Finkenwerder stand.

Er malte Ölbilder nach Vorlagen, aber auch eigenen Skizzen, und verkaufte diese zu günstigen Preisen. Zuerst an Bekannte und Kollegen, später vergrößerte sich der Kreis. Was ich sehr spannend finde: Mein Opa hat zwischen 1950 und 1985 über 1200 Bilder gemalt, das habe ich erst vor kurzem erfahren. Es gibt ein Buch in dem er jedes Motiv, die Größe und ggf. auch Auftraggeber akribisch festgehalten hat! Ich wusste zwar immer, dass er gemalt hat, aber es gibt nur noch wenige Bilder von ihm in der Familie. Und ich dachte, dass sein Gesamtwerk eher so 50-100 Bilder groß wäre. Von daher war ich sehr überrascht als dieses Auftragsbuch auftauchte!

Gerne hätte ich eins seiner Hamburg-Motive. Sie gehen jetzt vermutlich nach und nach in Nachlass-Auktionen. Falls euch eins über den Weg läuft: denkt an mich.

Ich habe 2 Staffeleien und viele Ölfarben von meinem Opa. Die eine Staffelei ist schwer und für das Arbeiten in Räumen gedacht. Sie ist voller Gebrauchsspuren, was ich sehr mag. Die andere ist eine kleine zusammenklappbare Reise-Staffelei, die im hellblauen VW Käfer mitgenommen wurde und wohl einige schöne Orte in Deuschland besucht hat.

Vor kurzem habe ich mir die Farben angesehen, mit Ölfarben zu malen reizt mich gerade wieder, das habe ich zuletzt im Studium gemacht. Und, oh Wunder: Die Farben sind nach über 30 Jahren noch völlig in Ordnung!
Gerade weil diese Farben von meinem Maler-Opa kommen, dem ich wohl von allen Familienmitgliedern am meisten mein Talent und meine Geduld und Faszination für Kunst verdanke, ist es schön, sie noch zu benutzen.

Kurts Vater Karl (1890-1939) hat auch gemalt. Karl, Kurt und Katja, da scheint es einen Zusammenhang zu geben. K wie Kunst? ;-)

1 Antwort
  1. Evelyn Kuttig says:

    Liebe Katja!

    Deine Familiengeschichte ist spannend, und Du hast sie auf die Kunst bezogen zu einem unschlagbar logischen Ende mit den 3+1 = 4 K geführt ;-)

    Ich passe auf! Sobald ich einem Gemälde mit der Signatur Frauenkron begegne, werde ich Dir das weitersagen.

    Liebe Grüße, Evy

    Antworten

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